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\nDer Empfang, den der alte Kontinent dem Heimkehrenden bereitet, ist achtungsvoll, oft triumphal; (...)
\nan auszeichnenden Geschehnissen und äußerem Glanz ist wahrlich kein Mangel am Ende des Lebens. (...) so triumphal Thomas Manns letzte Jahre nach außen hin erscheinen mochten... glücklich waren sie nicht. Im Gegenteil, die Zweifel an der eigenen Arbeitsfähigkeit drohen jedes positive Gefühl zu ersticken. \"Melancholie, Bangigkeit, Sorge um Die Endzeit meines Lebens herrschen fort,\" so das resignierte Fazit am Abend des 79. Geburtstags. \"Wie werde ich das anbrechende Jahr einigermaßen produktiv verbringen? Wie raffe ich mich noch einmal zu künstlerischen Unternehmungen auf? Es droht das 'And my ending is dispair.'\"
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\nIn den Aufzeichnungen seiner letzten Jahre versichert sich ein alter Mann der Spuren des Einst - des Frühesten so gut wie des jüngst Vergangenen. Dabei bewegt sich die Erinnerung zwischen künstlerischer Vergegenwärtigung und endgültiger Trennung, und es fällt auf, dass Kalifornien weiter und unerreichbar fern ist als das zeitlich Fernste - die Jugend, deren Schauplätze durch die Heimkehr nach Europa plötzlich wieder nah gerückt sind (...). Inge Jens